Was ist Anbetung?

Für uns Sießener Schwestern stand die Anbetung nie zur Disposition, auch wenn es Zeiten gab, in denen die Anbetung in den Gemeinden fast in Vergessenheit geraten war. Nach der Liturgiereform des zweiten Vatikanischen Konzils wurde bei der Feier der Eucharistie stärker der Mahlcharakter betont. Die eucharistische Anbetung galt manchen als ein Relikt des Mittelalters, wo das Schauen der Eucharistie wichtiger war als die Kommunion. Aber in den letzten Jahren beginnt sie sich wieder durchzusetzen. Vor allem von den neuen geistlichen Gemeinschaften angestoßen, gibt es in der Zwischenzeit wieder in den meisten Gemeinden Anbetungszeiten.

Die Anbetung ist kein Gegensatz zur Eucharistiefeier
Die Anbetung braucht nicht als Gegensatz gesehen zu werden zum gemeinsamen Mahl der Eucharistie. Ist es doch Jesus selbst, der sich schenkt im Mahl, der Brot wird, wie er damals Fleisch wurde, der sich brechen lässt, wie damals am Kreuz und der so mit seinem ganzen Erlösungswerk gegenwärtig ist in diesem unscheinbaren Stück Brot.

Anbetung ist Schauen
Anbetung bedeutet gesammeltes Schauen auf den, der für uns Brot geworden ist und sich immer wieder neu schenkt. So ordnet sich in der Anbetung auch die Sehnsucht des Herzens auf Jesus hin, der allein den tiefen Hunger sättigt.
Anbetung bedeutet aber auch ein Einstimmen in die große Eucharistie Jesu, die große Danksagung für seine Menschwerdung, sein Leben und Sterben für uns. Eucharistie heißt ja Danksagung und so ist Anbetung immer auch eine Weise des Lobpreises für das, was Gott an uns tut durch Jesus Christus.
Nicht zuletzt bedeutet Anbetung ein sich einlassen auf den Prozess der Wandlung. Schauend werden wir verwandelt in das Bild Jesu, und somit fähig, uns selber hinzugeben für das Leben der Welt.

Monstranz 1872

Diese Monstranz wurde bereits im Jahr 1872 angeschafft. Es handelt sich um eine Arbeit nach Beuroner Entwurf, ausgeführt vom Goldschmied Jos. Hugger Rottweil. Kostbare Goldschmiedearbeiten und farbige Ornament weisen hin auf den kostbaren Inhalt.

Schon Franziskus hatte bestimmt, dass für die Brüder (und Schwestern) nichts zu wertvoll sein kann für die würdige Feier und Verehrung der Eucharistie.

Die Hauptformen dieser Monstranz sind das Kreuz und der Kreis. An den Kreuzungspunkten von Kreuz und Kreis sind Emailarbeiten mit den vier Evangelisten.

Monstranz 1954

Zum hundertjährigen Bestehen der Kongregation im Jahr 1954 schenkten die „Tochterhäuser“ dem Mutterhaus diese kostbare Monstranz, gefertigt von der Firma Fritz Möhler aus Schwäbisch Gmünd.

Die Grundform der Monstranz ist die der Sonne mit ihren Strahlen. Wobei die Strahlen so angeordnet sind, dass die Kreuzform darin zu erkennen ist. Oben ist in Email Gottvater mit Weltkugel und Taube dargestellt, unten die Immaculata.

Mitten in den Aufbauarbeiten nach dem zweiten Weltkrieg war das eine große Anschaffung, die etwas ahnen lässt von der Bedeutung, die die Anbetung in der Kongregation immer hatte.

Monstranz 2012

Im Jahr 2012 wurde diese Monstranz von der Firma Glasmalerei Peters in Paderborn nach Entwürfen von Sr. Pietra Löbl gefertigt.

„Den Schatz der Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen“
2 Kor 4,7

An dieses Wort wird man unmittelbar erinnert wenn man die Monstranz betrachtet. Der Glasrahmen besteht aus gesprungenem Glas, ein Bild der Zerbrechlichkeit unserer Welt und unseres Lebens. In der Mitte all dieser Zerbrechlichkeit ist der Herr – gegenwärtig in der Gestalt des Brotes.

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