Dumm gelaufen – gescheitert – seid wachsam!
1. Adventswoche

DUMM GELAUFEN – GESCHEITERT könnte vielleicht am auf den ersten Blick die Überschrift über den apokalyptischen Endzeittexten des 1. Adventssonntags sein. Gott, der uns Menschen in Freiheit erschaffen hat, achtet diese unsere Freiheit. Somit sind wir für unser Handeln und Tun selbst verantwortlich. Vielleicht wollen die Texte wachrütteln, dass wir eben nicht irgendwann sagen müssen: Zu spät – Dumm gelaufen – Gescheitert!

Besonders spannend ist hier die Jesajalesung. Sie schildert eine sehr große Not, wobei diese nicht überraschend kam, sondern von vielen vorhergesehen wurde. Das Volk und seine Könige hatten schon lange so gelebt, dass sie sich stark, sicher und unantastbar gefühlt haben. Sie haben auf eine Weise gelebt, die nicht gut gehen konnte. Übrig ist ein Scherbenhaufen. Das Land liegt in Trümmern und viele Menschen sind auf der Flucht: Dumm gelaufen. Gescheitert.

Spannend, dass sich Jesaja nicht als Besserwisser darstellt „Ich habe es Euch doch gesagt, hättet ihr doch gehört“. Er stellt sich mitten hinein in dieses Volk und in die Not und ruft und betet sehnsuchtsvoll zu Gott: „Reiß doch den Himmel auf und komm herab!“. Statt mit Schuldzuweisungen zu reagieren, sieht er sich selbst in Schuld verstrickt. Statt zu resignieren angesichts der Not ist seine Antwort auf die Situation der Ruf zu Gott: „Du Herr, bist unser Vater“. Jesaja stellt sich in die Überzeugung, dass nicht politische Strategie oder persönliche Tüchtigkeit einen Neuanfang ermöglichen, sondern nur wenn sich jeder einzelne in Gottes Hände gibt und sich formen lässt – wie Ton in der Hand des Töpfers.

Jesaja vertraut fest, dass es möglich ist in eine Zukunft aufzubrechen mit Gott und lädt uns ein, uns wieder neu auf den Weg zu machen hin zu einem Leben mit Gott.

Aus dem INFAG-Spiritualitätsweg „Für uns geboren am Weg“ Seite 3 „Es ist immer wieder eine Grundversuchung…“ ff.

Impuls für die Woche

  • Wann/wo habe ich mich unantastbar gefühlt und meine eigene Zerbrechlichkeit vergessen.
  • Wie reagiere ich, wenn ich vor einem Scherbenhaufen stehe? Habe ich Schuldzuweisungen an andere erlebt oder erlitten? Zu welcher neuen Reaktion mag mich Gott locken?
  • Kann ich Gott vertrauen und ihm erlauben, mich zu formen?

Vielleicht hast Du Freude, das, was Du auf Deinem Weg durch den Weg entdeckt hast, was Dich bewegt oder wo Dir Fragen entstanden sind, mit uns zu teilen. Wir (Sr. Christiana und Sr. Anna-Barbara) freuen uns, wenn Ihr uns mailt: advent@klostersiessen.de und antworten Euch gerne.

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