Gott drückt sich nicht vor einer Antwort Karwoche

Palmsonntag:  Die Passion aus Mt Kap 26+27 oder Joh Kap 18+19

Warum lässt Gott zu – Kreuz, Leid, Tod? Gottes Ja trotz allem – Gott drückt sich nicht vor einer Antwort

Die kommende Karwoche lädt ein, die Passionstexte zu betrachten. Sie will hinführen in das unfassbare Geheimnis des Leidens Jesu. Jesus leidet, und damit Gott – FÜR UNS. Seit seinem Leiden gibt es keine Not und kein Leid mehr, in dem er nicht da wäre.

Viele Menschen sagen, wie damals, Ja zu Gott, zu Jesus und versprechen die Treue. Und immer wieder werden sie wortbrüchig. Auch Jesus kann sich auf seine engsten Freunde nicht verlassen.

Gott hätte allen Grund gehabt „alles hinzuschmeißen“. Aber Gott reicht immer wieder die Hand zu einem Neuanfang. Es ist kaum zu fassen, dass Gott uns Menschen trotzdem nicht aufgibt. Diese Treue Gottes bringt Jesus im Abendmahlsaal zum Ausdruck, wie wir es am Gründonnerstag hören und erleben: Auf den nahen Verrat reagiert er nicht mit Enttäuschung und Rückzug, sondern mit Liebe und Hingabe („Das ist mein Leib“). Gott meint seine Liebe zu uns wirklich tod-ernst. Jesus spricht uns mit seinem Leiden und Sterben zu: „Du Mensch, ich mag dich wirklich – ich bin bereit, für Dich zu leiden.“ Aus Liebe gibt Er sein Leben dahin und begibt sich auch in der größten Dunkelheit und Not vertrauend in die Hände des Vaters.

In der Taufe wird unser Leben in diese unauflösliche Verbindung zwischen Gott und Mensch gestellt. Wir sind hineingenommen in die vertrauensvolle Beziehung, die Jesus zu seinem Vater hat. Bei der Erneuerung des Taufversprechens in der Osternacht sind wir eingeladen, uns immer tiefer auf Gottes Bundesangebot, sein Beziehungsangebot, sein Liebesangebot einzulassen und uns in den vielfältigen Herausforderungen unseres Lebens wieder neu mit Christus zu verbinden. Wir sind eingeladen, von Herzen in Jesu vertrauendes Ja-Wort zu seinem himmlischen Vater einzustimmen.

Franziskanische Grundhaltung: Frieden stiften

PACE E BENE, FRIEDE und HEIL wünscht Franziskus in seinen Briefen und den Menschen denen er begegnet. Er hat zutiefst begriffen, dass der wahre Friede ein Geschenk Gottes ist und aus der Beziehung mit Gott entsteht. Er selbst möchte Friedensbote für die Menschen sein und stellt sich damit gegen das Denken seiner damaligen Zeit, das geprägt war von Aufrufen und Aufbrüchen in die Kreuzzüge um für seinen Glauben zu kämpfen. Franziskus wagt und läd auch uns ein neue Wege des friedlichen Miteinanders und aufeinander Hörens besonders der verschiedenen Religionen und Konfessionen zu suchen und zu finden und darin nicht müde zu werden.

Impuls für die Woche:

  • Alles „hinschmeißen“ wollen – innerlich kündigen – kenne ich das auch in meiner Beziehung zu Menschen, zu Gott, in meinem Engagement
  • Gott hält mir – völlig einseitig und trotz allem – die Treue und lädt mich immer wieder zur Gemeinschaft mit ihm ein. Welche Empfindungen löst das in mir aus? Wozu lockt es mich?
  • Was weiß ich von meiner eigenen Taufe? Was bedeutet mir meine Taufe? Was bewegt mich im Blick auf die Bekräftigung des Taufbekenntnisses in der Osternacht?

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg durch die Fastenzeit mit Ihnen!
Sie möchten mit einer Schwester ins Gespräch kommen, dann schreiben Sie uns: fastenzeit@klostersiessen.de
Sr. Christiana Schlotter oder Sr. Anna-Barbara Regnat stehen gerne zur Verfügung.

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