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Schwarz auf weiß

Ich brauchte es schwarz auf weiß. 
Die Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Sießen hatte ich zum ersten Mal 2005 beim Pilgern mit dem Weltjugendtagskreuz kennengelernt. Der zweite Berührungspunkt war die Begegnung mit Sr. Ingrid in Berlin-Kreuzberg. Sie kochte dort für Leute, die „am Rande der Gesellschaft leben“. Die authentische Wertschätzung und Annahme aller Gäste bei Tisch hatte mich sehr beeindruckt und so wollte ich die franziskanische Spiritualität kennenlernen.

Ein Wort aus der Bibel
Deshalb fuhr ich zum Jahreswechsel 2006/07 nach Sießen. An einem Morgen betrachten wir das Evangelium, bei dem Jesus die zwei Jünger fragt „Was wollt ihr?“. Ich konnte die ganze Zeit nur „Bleiben“ denken. Ich spürte, dass dies mein Ort / meine Gemeinschaft war. Damals konnte ich mich jedoch nicht auf dieses Gefühl verlassen. Ich brauchte es Schwarz-auf-Weiß. Meine innere Stimme sagte mir, ich soll die Bibel aufschlagen und dort las ich dann völlig verblüfft „Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, Gott mit ganzem Leib und Leben zu dienen. …“ (Röm 12, 1-8).
Diesem Wort vertraute ich. Ich hatte den Wunsch im Herzen, mit meinem ganzen Leben Zeugnis von der Liebe Gottes geben, die für mich in dieser Zeit sehr intensiv spürbar war. Es war ein inneres Glück, welches ich noch nie zuvor so erlebt habe. Ich wollte, dass auch andere Menschen sich der Liebe Gottes öffnen und dieses Glück erfahren.

Begegnungsorte
Im Februar 2007 ging ich auf die „Fazenda de Esperanca“, wo Jugendliche und junge Erwachsene versuchen aus ihrer Drogensucht oder Essstörung raus zu kommen. Anschließend half ich im Casa della pace aus – einem Haus unserer Gemeinschaft in Assisi, wo man anhand des Lebens von Clara und Franziskus dem eigenen Leben auf die Spur kommt. Bevor ich dann ins Noviziat ging, machte ich noch mein Referendariat.

Mathe, Bio und junge Leute
Heute unterrichte ich als Lehrerin für Mathematik und Biologie am St. Agnes in Stuttgart. Ich mag die Arbeit mit den Jugendlichen: ihre Begeisterung, ihre Kreativität und Lebendigkeit, ihren Glauben und ihre Fragen…

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