Viele Jahre lang war ich mir sicher,

dass ich nie Franziskanerin sein könnte, weil ich dann die Armut lieben, das heißt kaputte und schmutzige Dinge gut finden müsste. Also suchte ich schon als Jugendliche einen Weg ganz für und mit Gott zu leben in anderen Gemeinschaften. Mich zog die Regel des heiligen Benedikt an, der von der wahrhaften Gottsuche im Hören auf Gott schreibt. Das wollte ich leben. Aber es zeigte sich, dass es noch nicht die passende Form für mich war.
So versuchte ich, meine Liebe zu Gott in meinem Beruf als Gemeindereferentin im Rheinland zu verwirklichen. Ich habe meinen Beruf immer gerne gemacht, aber ich spürte: „Das ist noch nicht alles.“

Bei Exerzitien in Assisi lernte ich die Franziskanerinnen von Sießen kennen. Sie luden mich ein, ihr Mutterhaus in Süddeutschland zu besuchen. Bei einem längeren Aufenthalt spürte ich, dass ich gerne dort leben wollte, auch wenn ich schon fast 40 Jahre alt war.

Es blieb die Frage der Liebe zur Armut bis ich begriffen habe, dass ich als Geschöpf allein arm bin. Ich brauche die anderen Menschen. Ich kann mein Glück nicht allein machen. Dazu konnte ich gut Ja sagen. Diese Armut kann ich lieben.

So bin ich nun seit 12 Jahren Franziskanerin, und ich bin es gern. Ich habe schon viele Aufgaben gehabt, zur Zeit arbeite ich im Erzbistum Berlin in der Personalabteilung. Ich erfahre, wie Gott mein Leben führt und begleitet.

Es lohnt sich, mit ihm und für ihn zu leben.

Sr. M. Klara

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