Gemütlich ist es im Außenbereich des neuen Klostercafés.

Die Besucher können es am Samstag kaum erwarten, Platz zu nehmen.

Ein Bericht von Metzler-Mikuteit, freie Redakteurin der Schwäbischen Zeitung, 11.07.2016

Sießen sz Viele haben ganz offensichtlich schon seit Jahren darauf gewartet: Auf dem Klosterberg in Sießen, der barocken Heimat von rund 180 Franziskanerinnen, ist am Samstag das Klostercafé eröffnet worden. Der Besucherstrom wollte nicht abreißen, als die Pforten der rundweg gelungenen Lokalität erstmals geöffnet wurden.

Genau genommen gibt es Pläne für das Café bereits seit 13 Jahren. „Aber diese lange Ausbrütungsphase hat sich gelohnt“, sagte Generaloberin Schwester Anna-Franziska Kindermann bei der Begrüßung und brachte den Wunsch der Klostergemeinschaft zum Ausdruck, dass das Café eine „Stätte der Begegnung und Gastfreundschaft“ werde, die „weit in die Umgebung ausstrahlt“. „Ein Vergelt’s Gott an alle, die mitgeholfen haben, dass dieses Café so wunderschön geworden ist“, fuhr sie fort und richtete ihre Dankesworte auch an das Pächterehepaar Lydia und Roman Gebhart. „Schön, dass wir uns gefunden haben“, sagte sie.

Architekt Guido Mandel erinnerte in seinen Ausführungen an den glücklichen Umstand, dass sowohl Ziegel als auch Hölzer und andere Baumaterialien von den Umbauarbeiten im Hauptbau des Klosters problemlos in die architektonische Gestaltung mit einfließen konnten. Die Mixtur aus Schlichtheit und Bauelementen mit jahrhundertealter Geschichte verleihe den Gasträumen eine ganz besondere Atmosphäre, die zum Wohlfühlen einlade, ohne sich aufzudrängen. Selbst die Kreuze, die später von Superior Franz Xaver Weber geweiht und in den Gasträumen ihren festen Platz gefunden haben, sind aus dem gut erhaltenen Holz des Treppenumbaus im Hauptgebäude gefertigt.

2450 Meter langer Weg

Dass das Klostercafé „wunderbar“ in das touristische Konzept von Bad Saulgau passt, hat Doris Schröter in ihrer Ansprache klar zum Ausdruck gebracht. Und errechnet, dass der Weg von Bad Saulgau zur neuen Einkehrmöglichkeit ziemlich genau 2450 Meter lang ist.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Burger legte den Gästen ans Herz, erst in die Kirche zu gehen – und dann ins Café. Seine Kollegin Andrea Bogner-Unden von der Partei Bündnis 90/Die Grünen thematisierte den Unterschied zwischen „oberflächlichen Facebook-Freundschaften ohne jede Verantwortung“ und „echten ehrlichen Begegnungen“, bevor es sich die Gästeschar mit gekühlten Getränken oder Kaffee und Kuchen gemütlich machte.

Die schöne Terrasse mit rollstuhlgerechtem Zugang war flugs belegt. Apropos Belegung: Das Terminbuch von Roman Gebhart ist schon am ersten Tag gut gefüllt. „Es haben sich schon viele Busgruppen angemeldet, aber auch Geburtstags- und Kommunionfeiern oder die große Pilgergruppe von Egon Oehler mit rund 180 Teilnehmern im August“, so der Wirt. Auch Hochzeitspaare hätten schon angefragt. Denen musste er jedoch absagen, weil das Café täglich um 17.30 Uhr seine Pforten schließt.

„Hier ensteht ein Klosterladen“ stand in großen Buchstaben auf einem Plakat im Außenbereich. Will heißen: Auch das Vorhaben, direkt angrenzend einen Klosterladen zu eröffnen, wird in Kürze umgesetzt.

Einen stimmigen musikalischen Rahmen verlieh Schwester Ulrika Maria Schwanz der Einweihungszeremonie mit ihrem schönen Spiel auf dem Fagott, das die Gäste sogar mit Sambarhythmen überraschte. Begleitet wurde sie von Schwester Antonie Wellmann am Piano. Die Pantomimeneinlage von Schwester Johanna-Maria Niederauer sorgte für viel Heiterkeit und zeigte ein weiteres Mal, mit welch vielfältigen Potentialen die Franziskanerinnen ihre Gäste immer wieder aufs Neue überraschen.

Öffnungszeiten
Mo. – Sa.     8.30 – 17.30 Uhr
So.             10.00 – 17.30 Uhr
1. So. im Monat geschlossen

Adresse
Pächter: Familie R. Gebhart
Kloster Siessen 13
88348 Bad Saulgau
Telefon 07581 / 80600
info@klostercafe-siessen.de
www.klostercafe-siessen.de

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