Ein Portrait von Sr. M. Pietra Löbl

In den reduzierten und konzentrierten Arbeiten von Sr. M. Pietra Löbl spiegelt sich ihr Interesse am Leben in seiner Zerbrechlichkeit, Einfachheit und Kostbarkeit.

Ihre Materialien sind elementar: Wasser, Papier, Eisen, Granit, Gewebe, Worte, Blütenblätter.
Zentrales Element ihrer Arbeiten ist die Zeit, die sichtbar wird in den Tropfspuren auf Papier, Rostspuren auf Eisen, Hauchspuren auf Granit, und die erfahrbar wird im Hören auf fallende Wassertropfen in Eisenröhren.
Ein wesentliches Gestaltungselement im Werdeprozess der Arbeiten von Sr. M. Pietra, ist der Zufall – der Moment des Nichtregulierbaren und der Umgang damit.
„Was entsteht, wenn ich geschehen lasse?“ ist Frage und Herausforderung für ihr Schaffen.
In der Spannung von Aktion und Passion, von ganz da sein und sich zurücknehmen, vollzieht sich Sr. Pietras Leben und künstlerisches Schaffen. Beides korrespondiert mit der Sehnsucht, der „unbekannten Größe“ Raum zu geben.
Ihre Werke laden ein, gut hinzuhören, sich zu sammeln und zu konzentrieren, aufmerksam zu werden, behutsam und ehrfürchtig zu schauen, gegenwärtig zu sein, sich zu öffnen.
Mit ihren Objekten und Installationen eröffnen sich innere und äußere Zeit-Räume der Stille.

1965  geboren in Ulm
1984-1989  Ausbildung und tätig als Pharmazeutisch-Technische-Assistentin
1989  Eintritt in die Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen
1993-2000  Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Joachim Hämmerle, Horst  Bachmayer, Paul-Uwe Dreyer und Bildhauerei bei Professor Micha Ullman
seit 2000  freischaffende Künstlerin im Kloster Sießen
seit 2013  Mitglied im Künstlerbund Baden Württemberg e.V.

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