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Das Torhaus – im Kloster Sießen

In unserem Torhaus findet sich nicht nur das Klostercafé und unser Klosterladen i-Düpfele, sondern auch Räumlichkeiten für Wechselausstellungen. Neben Werken unserer Künstlerinnen, Kunstwerken, Kunstgegenständen und Objekten von Sammlungen aus dem Kloster Sießen zeigen wir Kunst,

  • die den Dialog mit existenziellen Fragen der Menschen sucht,
  • die christliche Glaubensinhalte verkündet,
  • die mit franziskanischen Grundhaltungen korrespondiert,
  • oder gottgeweihtes Leben thematisiert.

Labyrinthe – Metaphern für den Lebensweg
Günter Wagner

Vernissage: 28. August 2021, 14.30 Uhr

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 14.00 – 16.30 Uhr
jeden 1. Sonntag im Monat geschlossen. Eintritt frei

Günter Wagner
Labyrinthe – Metaphern für den Lebensweg

28. August – 21. November 2021

Labyrinthe – Metaphern für den Lebensweg

Das Labyrinth ist mit seiner Wegsymbolik eine Metapher für den persönlichen Lebensweg. Wer ein Labyrinth – wie etwa das Labyrinth im Franziskusgarten des Klosters Sießen – betritt, hat die Mitte und das Ziel bereits vor Augen. Doch der Weg führt zunächst über viele Windungen und Kehren hinaus in die Wirrungen des Labyrinths. Am Ende des Weges wartet die Mitte. So weit, so gut – oder vielleicht doch ein zu einfaches Bild in einer immer komplexer werdenden Welt mit ihren unzähligen Wahlmöglichkeiten und gleichzeitigen Ohnmachtserfahrungen?
In Günter Wagners Labyrinthen begegnen uns vor allem Fragmente, Sequenzen und Bruchstücke, in seinem Spiegel-Labyrinth ein Angebot potentiell unendlicher Weg- und Wahlmöglichkeiten. Sie sind im mehrfachen Sinn des Wortes ein Spiegelbild für den eigenen Lebensweg in einer post-postmodernen Gesellschaft. Die Labyrinthe Wagners geben den Fragmenten des Lebens Geltung. Bewusst erzeugt er mit gegensätzlichen Materialien eine noch größere Spannung. Ihre zeitlose Schönheit berührt und lädt dazu ein, die Fragmente und Bruchstücke des eigenen Lebens neu in den Blick zu nehmen.

SPIEGEL-LABYRINTH

Das Labyrinth steht für das Unüberschaubare und hat einen spirituellen Gehalt wie auch das Motiv des Spiegels. Sofort ersichtlich ist das Spiegelmotiv an Günter Wagners fiktiv begehbarem Spiegel-Labyrinth, einer Bodeninstallation, die sowohl den umgebenden Raum spiegelt als auch den Betrachter in sich aufnehmen kann. Bezeichnend ist, dass es hier kein Zentrum gibt. Alle Wege erscheinen richtig, die Wahlmöglichkeiten sind wie im Leben potentiell unendlich, Richtungswechsel und Neubeginn zu jedem Zeitpunkt, an jeder Kreuzung gegeben. Doch diese Freiheit birgt eine Verunsicherung, über die auch die rechtwinklig aufeinandertreffenden ruhigen Spiegelwege nicht hinwegtäuschen können. Es ist die Freiheit des modernen westlichen Menschen, der nur noch wenig durch gesellschaftliche Zwänge in seiner Entscheidungsfreiheit begrenzt ist. Er genießt die Vorzüge, aber er hat eine große Selbstverantwortung zu tragen, mithin ein weitaus größeres Risiko als in stärker reglementierten Gesellschaftsformen. Das Labyrinth stellt sich hier als der Preis des Individualismus dar.

Dr. Martina Wehlte M. A.

Künstler

Günter Wagner
1955 geboren in Karlsruhe
1974 – 75 Studium an der Betriebseinheit für Graphik und Malerei an der Universität Marburg
1977 – 81 Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei Markus Lüpertz
1988 Projektstipendium des Kunstfond in Bonn für Bildhauerei in Italien
2015 Pamina-Kunstpreis der Museumsgesellschaft Ettlingen
Seit 2000 Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg

Web.: www.guenterwagner.de

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