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Beeindruckt von der Lebensweise der Schwestern
Mit 19 Jahren habe ich mich entschieden, den Weg der Nachfolge in der Gemeinschaft zu gehen. Meine Großmutter arbeitete damals bei den Schwestern in Lesotho und sprach stets sehr positiv über die Schwesterngemeinschaft und über die Art wie sie leben. [Anm. der Red.: bis ca. 1992 war die Apartheid, die tiefe Wunden zwischen Schwarzen und Weißen hinterließ, weit verbreitet.] Ich war sehr beeindruckt von dieser Lebensweise und spürte in mir eine Berufung zum gottgeweihten Leben, die mehr und mehr wuchs.

Der Tag kam, als ich mit meinen Eltern erzählte, dass ich mit unserem Priester aus der Gemeinde gesprochen habe und den Wunsch äußerte bei den Franziskanerinnen von Sießen einzutreten und zwar in Assisi in der Nähe von Bloemfontein (Südafrika).

Für meine Eltern war es nicht leicht, mich gehen zu lassen. In unserer Familie und in der ländlichen Gegend gab es niemanden, der solch ein Leben in einer Ordensgemeinschaft lebte und kannte. Dazu kam, dass in der Zeit der Apartheid bei den weißen Farmern die katholische Kirche nicht sehr beliebt war.

1982 bin ich bei den Franziskanerinnen von Sießen eingetreten, 1985 legte ich die Erstprofess ab. Während der Ordensausbildung hatte ich Schwestern, die mich in das Leben nach dem Evangelium und in der Nachfolge Christi einführten und begleiteten. Seit dieser Zeit hat sich mein Leben, mein Denken über Dinge und Ereignisse sehr verändert. Vieles um mich herum sehe ich inzwischen viel differenzierter.

Wachsen in der eigenen Berufung und entdecken von Berufungen
Als Verantwortliche in der Ordensausbildung sehe ich mit welchen Problemen und Schwierigkeiten die jungen Frauen, die zu uns kommen zu kämpfen haben. Es ist eine große Aufgabe, die Berufung der einzelnen zu wecken, zu erkennen und zu fördern. Die Arbeit mit den jungen Leuten macht mich barmherziger, insbesondere wenn sie in Krisensituationen mit sich selbst, mit dem gottgeweihten Leben und mit Gott kämpfen. Aber es lohnt sich mit den jungen Menschen gemeinsam den Weg der Berufung zu gehen und ihnen zu helfen.

Ich merke, dass ich durch das Leben als Ordensschwester immer tiefer in meine spirituelle Berufung hineinwachse, Gott täglich in allen Dingen zu suchen und zu finden.

Sr. Bernadette, SA

Bernadette ist mein Taufname. Ich komme aus Südafrika und bin auf dem Land in einer gläubigen Familie aufgewachsen.

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