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Ich bin in der Pfalz in Maikammer in einer Metzgerei groß geworden. In meiner Familie war es selbstverständlich am Sonntag zur Kirche zu gehen. Dort erlebte ich immer, wie meine Mutter ganz in der Sammlung war. Ich spürte, dass da etwas Besonderes geschieht.

Als Kind betete ich gerne und als ich als Jugendliche auf der Suche war, merkte ich dass ich mit oberflächlichen Antworten nicht zufrieden war. Ich suchte nach Tiefgang. Durch eine Gemeindemission in unserer Kirchengemeinde fand ich zur KJG. Inzwischen hatte ich meine Lehre als Metzgereifachverkäuferin abgeschlossen und arbeitete anschließend im elterlichen Betrieb.

Die Suche nach meinem Weg ging weiter. 1982 bis 1984 gab es in unserer Diözese Speyer Angebote für junge Leute wie „Mit Bibel und Rucksack im Pfälzer Wald unterwegs.“ Wir waren 80 Jugendliche und 20 Ordensleuten. Meine Sehnsucht und Liebe zu Gott ist immer größer geworden. Die Erfahrung des Verliebtseins hat mich in die Arme Gottes geworfen. Die Frage nach der Lebensform und dem Ort, wo ich hingehöre wurden stärker.

Als ich im Sommer 1985 auf Hinweis eines Priesters im damaligen Forsthaus im Kloster Siessen mitlebte war ich hin und her gerissen. Zu einem zog mich dieses Leben an zum anderen war es mir zu fremd. Die Schwestern sprachen immer wieder von Berufung und ich fragte mich, was dieses Wort wohl bedeute. Ich ging weg ohne eine besondere Erfahrung aber mit dem Wunsch im Herzen mich tiefer Gottes Führung zu überlassen.

Als ich wieder zu Hause war hatte mich der Alltag wieder. Im November 1985 fragte mich eine Jugendliche aus der Pfarrei „Sieh wolle nach Speyer zu Besinnungstage gehen, jeweils von Freitag bis Sonntag, ob ich mitginge“. Wieder merkte ich ein Angezogen werden und eine Abwehr zugleich. An diesem Wochenende war mein Herz offen und bereit und ich spürte tief den Anruf Gottes, für immer und ausschließlich für ihn und mit ihm zu Leben.

Zugleich war das Wort Kloster Siessen in meinem Herzen – damit hatte ich eigentlich abgeschlossen, dachte ich…….

Eine tiefe Freude und eine tiefe Gewissheit durchströmte mich. Stundenlang hätte ich singen können vor Freude – doch da war die große Hürde in meinem Herzen. Wie sage ich es meinen Eltern und was bedeutet dies für das Geschäft, das ja unsere gemeinsame Existenz war. Durch Begleitung und Gesprächen fand ich den Mut meinen Eltern diesen meinen Wunsch zu sagen.

Gott hat mir meine Berufung bestätigt durch ein Buch über Franz von Assisi. Ich bekam es genau zu dem Zeitpunkt geschenkt als ich mich im Kloster Siessen im Forsthaus anmeldete. Zu diesem Zeitpunkt wussten Außenstehende nichts von meiner intensiven Suche.

Seit dem 23. Februar 1986 der Aufnahme in die Kandidatur sind 33 Jahre vergangen. In den vielen Jahren durch Höhen und Tiefen habe ich Gottes Treue und Liebe konkret erfahren dürfen. Es lohnt sich seiner Liebe immer wieder neu zu vertrauen, neue Wege zu bestreiten und so die Berufung mit dem Frieden im Herzen täglich zu leben. Ein neues Gerufen sein erfuhr ich in Exerzitien im Februar 2016. Auf seine Führung hin, die ich im Gespräch mit der Leitung der Gemeinschaft erkannte machte ich mich auf einen ganz neuen Weg und begann nochmals eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Am 15. Juli 2019 war die Abschlussfeier im Ifsb in Ravensburg. Ab Oktober werde ich in unserem Pflegeheim Haus St. Klara arbeiten.

Sr. Marina

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