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3. Woche in der Fastenzeit

Der barmherzige Vater – von Bildern und Realitäten

Das sehr bekannte Gleichnis des barmherzigen Vaters wurde, wenn man den biblischen Text etwas genauer betrachtet, in erster Linie den Pharisäern erzählt, die Jesus Vorhaltungen machten, weil er sich mit Sündern abgab und damit in ihren Augen das Kommen des Reiches Gottes aufhielt. Deren Lebensentwurf gleicht eher dem des älteren als dem des jüngeren Sohnes. Vielleicht lohnt sich ein genauerer Blick auf den älteren Sohn in diesem Gleichnis.

Obwohl der Vater schon zu Beginn des Gleichnisses die Habe zwischen den beiden Söhnen aufteilt, lebt der ältere Sohn weiterhin wie ein Angestellter im Hause seines Vaters. Als er von der Feldarbeit nach Hause kommt fragt er nicht den Vater, was los sei, sondern ruft einen der Knechte. Er scheint ein engeres Verhältnis zu diesen zu haben als zum eigenen Vater. Er ist im Hause seines Vaters geblieben, aber es scheint, als ob er dort als Tagelöhner gelebt hätte, nicht als Sohn.

Oftmals lassen wir uns durch unsere Gottesbilder von der Fülle des Lebens abhalten. Manchmal sind uns diese noch nicht einmal bewusst, genauso wie dem älteren Sohn nicht bewusst war, dass das Bild, das er sich von seinem Vater gemacht hatte, nicht der Realität entsprach.

  • Um diesen hinderlichen Bildern auf die Spur zu kommen hilft es, sich beim Handeln zuzuschauen. Wie be-handle ich Gott?

Gedanken von Sr. Elisabeth Bäbler

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