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Covid-19 trifft die Ärmsten in Brasilien

Immer mehr greift das Coronavirus um sich. Immer mehr Kranke, Bedürftige, Arme, Sterbende.
Die Kontaktsperren verhindern bisheriges normales Arbeiten in sozialen Brennpunkten. So ist seit Mitte April Sr. Renate an einem Projekt namens SEFRAS (Serviço Franciscano da Solidariedade) in der Hauptstadt São Paulo beteiligt. Dort kümmert man sich vor allem um Drogen- und Alkoholabhängige, die auf der Straße leben, um Familien, die durch die Coronakrise in Not geraten sind, um alte Menschen. Tag für Tag werden dort mittags und abends je 1300 Mahlzeiten ausgegeben. Dort gibt es Hygienekits sowie Kleidung und Decken für Hilfsbedürftige.

Glaubensgemeinschaften und Organisationen bereiten die Portionen zu und liefern an die Hauptstelle. Essen wird auch direkt in die Favelas und nach „Crackolandia“ geliefert.

„Das Leben auf der Strasse hat seine eigenen Regeln und in der Welt der Drogen herrschen andere Gesetze. Nicht immer gelingt es den anwesenden Franziskanern und Helfern Streitigkeiten zu schlichten und es kommt zu Schlägereien, die das Eingreifen der Polizei erforderlich machen“, so erzählt Sr. Renate.

Etliche Personen haben Symptome, die auf eine Erkrankung mit dem Covid-19 hinweisen. Einige werden von den anwesenden „Ärzte ohne Grenzen“ in Unterkünfte gebracht, wo sie isoliert und versorgt werden. Andere bleiben inmitten der Menschenmenge eine stetige Gefahr der Verbreitung des Virus. Die Ansteckungsgefahr ist groß – auch unter den Freiwilligen. Gott sei Dank derzeit mit milden Krankheitsverläufen.

Neben der rein praktischen Hilfe brauchen diese Menschen ein gutes Wort, einen hoffnungsvollen Blick, eine freundliche Geste, ein Ohr für die Sorgen und Ängste und ein Lächeln, das sich hinter den Schutzmasken in den Gesichtern der Helfer versteckt.

Sr. Renate lebt seit 13 Jahren in Brasilien. Davon die letzten 6 Jahre in Coroatá, Maranhão, im Nordosten des Landes. Sie arbeitet auf der Fazenda da Esperança (Hof der Hoffnung) mit Männern und Frauen, die von ihrer Drogen-und Alkoholabhängigkeit loskommen wollen und in der Gefangenenseelsorge.

 

 

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