
Anlässlich des 800. Todestages von Franz von Assisi feierten die Franziskanerinnen von Sießen ein großes Franziskusfest unter dem Motto „Nur Mut. Coraggio“ mit ca. 1.000 Gästen. Das vielfältige Programm mit einer Geburtstagstorte, einer Eucharistiefeier mit Diözesanbischof Klaus Krämer, musikalischen Beiträgen, Begegnungen und Impulsen zu Kirche und Nachhaltigkeit machte deutlich, dass die Botschaft des Heiligen aktueller denn je ist. Schon der Beginn des Tages zeigte, wie viel Vertrauen die Schwestern in dieses Jubiläum gesteckt hatten. Ein Festzelt für 2.000 Besucher aufzustellen, erfordert Mut, wie Kapuzinerbruder Stefan Walser in seinem morgendlichen Impuls treffend bemerkte. Aspekte des Mutes verdeutlichte er anhand des Lebens des Hl. Franziskus und der Hl. Klara von Assisi. Brennende Themen wie die Rolle der Frauen in der Kirche waren zu hören. „Man muss die Frauen in der Kirche ermutigen und sie dann aber auch machen lassen“, erklärte Bruder Stefan am Beispiel der Beziehung von Franziskus zu seiner Weggefährtin, der heiligen Klara. Im Zentrum des Festes stand das, wofür Franz von Assisi bis heute weltweit geschätzt wird: seine kompromisslose Hinwendung zu Frieden, Armut und der Bewahrung der Schöpfung. Der Abschluss des Festes war die Eucharistiefeier am Nachmittag mit Bischof Krämer. In seiner Predigt sprach er von der „schöpferischen Wehrlosigkeit“ des Heiligen und von dessen „Mut, die Stimme zu erheben für Menschen, denen Chancen für ein gutes Leben vorenthalten werden“. Gerade in der heutigen Zeit, so der Bischof mit Blick auf die Arbeit mit Geflüchteten und Menschen mit Behinderungen, mache Franz von Assisi Mut, die Stimme für Benachteiligte zu erheben und neue, unkonventionelle Wege zu gehen, anstatt in Ausweglosigkeit zu verharren. Die franziskanischen Werte sind kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiger Kompass für unsere Gegenwart und Zukunft.
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