skip to Main Content

Warmes Essen und Zuhören bei brasilianischen Straßenbewohnern

Sr. Anna-Chiara, seit einiger Zeit bei unseren Schwestern in Brasilien, erzählt: Bei der „Pastoral na rua“ gehen wir zusammen mit Jugendlichen zu den Straßenbewohnern und verteilen ein warmes Abendessen, hören zu und beten mit ihnen. Bei diesem mit Spenden finanzierten Projekt organisieren und kochen die Jugendlichen selbst. Über Whatsapp wird der Speiseplan für die jeweilige Woche eingestellt. Die engagierten Jugendlichen wissen genau, wo sie nach den Bewohnern suchen müssen, manchmal wird es echt spät. Aber aufgehört wird erst, wenn das letzte Abendessen verteilt ist. Zum Teil sind die Bewohner wie alte Bekannte und dann wird auch schon mal eine Jugendliche angerufen, weil sie eben heute arbeiten muss und der Straßenbewohner unterhält sich kurz mit ihr. Auch hierbei gibt es oft sehr tiefe beeindruckende Begegnungen. In diesem Straßenprojekt engagieren sich Woche für Woche jungen Menschen für Leute, die nichts haben.

Es ist ein Abenteuer, aber die strahlenden Gesichter am Ende sind es definitiv wert. So ist die Erfahrung bei der Arbeit im „Casa de apoio – Sol nascente“ in Guaratinguetá. Dieses Haus beherbergt HIV-Erkrankte. Manche Kranke sind nur da, um sich medikamentös einstellen zu lassen bis sich ihr Gesundheitszustand gebessert hat, andere leben dauerhaft dort. Die Einrichtung selbst gehört zu einer der besten im Lande. Die Bewohner erhalten zwei Mal die Woche Physiotherapie, es gibt eine Psychologin und andere Freiwillige. Regelmäßig feiern wir mit den Bewohnern die Hl. Messe.
Erschütternd ist wieder mal die Erfahrung, dass vieles an vorhandenem oder nichtvorhandenem Geld liegt. Manche bekommen eher Therapien und „Aussichtlose“ eben nicht mehr. Manche alltäglichen Notwendigkeiten fehlen wie z.B. ein Ersatz für die kaputte Waschmaschine. Ende des Jahres wird es eine Verlosung geben, bei der sie hoffen, Geld für solche Anschaffungen oder auch für die Gehälter der Angestellten zu erhalten. Verlosungen oder auch Bingo scheinen eine sehr beliebte Sache zu sein, um soziale Einrichtungen zu unterstützen.
Mit einer Rollstuhlgruppe an Hausbewohnern waren wir im berühmten brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida, was für alle ein Erlebnis wurde. Konkret heißt das für acht Personen, acht Betreuer, die die Rollstühle schieben, mit dem Bussle fahren, ein- und auspacken… Es ist ein Abenteuer, aber die strahlenden Gesichter am Ende sind es definitiv wert.

Ein Fest wie das deutsche Franziskusfest in Sießen – die Frauenfazenda feierte ihren 30. Geburtstag.
Viele Vorbereitungen und Organisation ließen das Fest zum Fest mit den Leuten und für die Leute werden. Rekuperanten und Ehemalige, Freiwillige, Verantwortliche und Freunde der Fazenda waren da. Es gab viel Raum für Gespräche, Interviews und Zeugnisse auf der Bühne, eine Messe mit unserem Bischof aus Aparecida und Frei Hans, einer der Gründer, ist mit der goldenen Friedenstaube ausgezeichnet worden, stellvertretend für die ganze Fazenda. Nach dem Wochenende waren wir alle ziemlich fertig, aber es war ein tolles Fest!

Bleibt nur zu sagen: Es gibt nur eine wahrhafte Freude: den Umgang mit Menschen. (Saint-Exupéry)

Sr. Anna-Chiara wird Ende Januar nach Coroatá, Maranhão, in den Norden Brasiliens fliegen, um dort im Konvent mitzuleben und mitzuwirken.

#
Back To Top
X