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Auf dem Amazonas: Das schwimmende Krankenhaus

Beim Besuch einer Gemeinde im brasilianischen Amazonasgebiet rief ein verzweifelter Vater nach Hilfe für seine 15-jährige schwangere Tochter. Ohne die spontane Transportmöglichkeit mit dem Schnellboot in das weit entfernte Krankenhaus hätten sie und das Kind nicht überlebt. Solche Situationen führen die medizinische Unterversorgung in diesen Regionen vor Augen. Ein Krankenhausschiff, das zu den Menschen kommt und nicht andersherum, soll die Vielen entlang des Amazonas versorgen. Dom Bernardo, Bischof der Diözese Obidós, treibt dieses Projekt wesentlich voran. Drei Schwestern waren im Oktober vor Ort und schauten sich das Projekt an für eine mögliche Mitarbeit. Videoclip zum Krankenhausschiff.

Sr. Karin, Ir. Rosa Maria (Brasilien) und Sr. Ruth waren in Óbidos, um zu sondieren wie es um das Projekt des Krankenhausschiffes steht, und ob ein Einsatz von Sr. Ruth als Ärztin dort möglich und sinnvoll erscheint. Sie haben dort am Amazonas eine andere Welt angetroffen, wache und engagierte Menschen und ein tolles Projekt, das viele Leben retten wird. Aber lassen wir Sr. Ruth erzählen, wie es zu diesem Projekt kam: Unser Eindruck war, dass das Krankenhausschiff ein segensreiches Projekt ist in einem Gebiet, das keine ausreichende Gesundheitsversorgung bietet. Konkret geht es um 1000 kleine Gemeinden entlang des Amazonas mit insgesamt knapp 700 000 Einwohnern. Bis auf die drei Krankenhäuser in den größeren Städten gibt es bislang nichts.
Das haben wir bei einem Besuch der kleinen, an einem Nebenarm des Amazonas gelegenen, Gemeinde in Mocambo sehr deutlich erfahren. Das hochschwangere 15-jährige Mädchen sei aus der Hängematte gefallen und habe nun schreckliche Wehen. Durch das schnelle Eingreifen und Mitnehmen auf dem Boot ins Krankenhaus, überlebten das Kind und die junge Mutter. Vor Ort gibt es nichts, weder Vorsorgeuntersuchungen noch Akutversorgung.
Nicht nur im Amazonasjahr mit der geplanten Synode 2019 ist dieses Projekt sehr wichtig für die Menschen am Amazonas. Neben der medizinischen Versorgung geht es auch darum, als Kirche dort vor Ort präsent zu sein, wo einfach von allem zu wenig da ist. Dort den Menschen beizustehen und zu helfen mit dem, was möglich ist. Momentan wird das Schiff noch in der Werft in Fortaleza gebaut. Geplant ist der Arbeitsbeginn für Februar 2019. Ich freue mich sehr auf die Arbeit dort, und die Menschen, die wir in Óbidos und Umgebung gesprochen haben, sind auch schon voller Vorfreude.

Interview mit Bischof Bahlmann in vatican news.

screenshot: Vatican news

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